Die hier beschriebene Modelleisenbahnanlage ist meine erste größere Anlage seit …. 30 Jahren. Oje!
Aus Platzgründen habe ich die Spur N (Masstab 1:160) gewählt. Hierfür erhält man noch einigermassen fein detailliertes Material, wobei aber die Beschränkungen an Technikauswahl und auch Zubehör wie Gebäude gegenüber HO doch spürbar ist. Demgegenüber steht ein 2×2 facher Platzbedarf von HO.
Wenn man die Züge digital steuern möchte, so sind in Spur N alle nennenswerte Hersteller im grossen und ganzen kompatibel miteinander. Es gibt in Spur N zwei Digitalsysteme, die beide mit demselben 2-Leitersystem und derselben Spannung arbeiten: DCC und Selectrix. DCC ist ein internationaler Standard und Selectrix die Hausmarke von Märklins Tochter Trix. Da es aber inzwischen einen gemeinsamen Standard für den internen Anschluss von Digitaldecodern in Zügen gibt und man preisgünstig Decoder kaufen kann, die beide Standards beherrschen, ist der Unterschied zum Anfang nicht so wichtig. Man kann auf denselben Gleisen gleichzeitig Züge unter Selectrix und DCC fahren! Die meisten Steuerkonsolen beherrschen ebenfalls beide Formate. So ist die Auswahl des Herstellers von Spur N zum Anfang durch das Gleissystem bedingt.
Ich habe mich für das Minitrix/Roco Gleissystem entschieden, da es hierzu mehre Anbieter gibt, es billiger als das Fleischman Gleis ist und weil man es besser bearbeiten kann. Fleischmann hat ein Gleis mit fertigem Gleisbett während das Minitrix-Gleis aus Schiene und schwarzen Schwellen besteht. Dort muss man daher für ein eigenes Gleisbett und Einschottern sorgen. Mehr Arbeit und mehr Kontrolle über das Ergebnis. 1:0 für Minitrix.
Wie bereits gesagt werden die Züge digital gesteuert. Der Rest der Anlage soll (semi-)manuell und analog betrieben werden. Das bedeutet eine analoge Ansteuerung der Weichen, Signale etc. wobei einwenig Automatisierung (z.B. des Schattenbahnhof) gewollt ist.
Gleisplan
Eine gute Modelleisenbahnanlage basiert auf einem Betriebskonzept. Einfach nur den Zug im Kreis oder Oval fahren lassen ist in etwa so spannend wie Fusspilz. Ich habe bei meinem Gleisplan eine ausgewogene Kombination von Reiseverkehr und Güterverkehr angestrebt. Der Plan stellt einen Durchgangsbahnhof an einer eingleisigen Hauptstrecke dar, der zusätzlich umfangreiche Güterabfertigung ermöglicht. Der Reiseverkehr (Grün) führt in einen Schattenbahnhof, aus dem ein Zug nach Wenden zurückkehren kann. Ebenso ist ein Kreisverkehr möglich. Der Güterverkehr ist an eine kleine Industrieanlage (Braun) mit kleinem Betriebswerk angeschlossen, von dem eine Abfahrt in den Schattenbahnhof möglich ist. Ebenso gibt es im unteren Bereich einen kleinen Binnenhafen (Türkis) mit zwei Dockanschlüssen. Das Industriethema ist Steinbruch/Betonwerk/Petrochemie.
Der Bahnhof ist verhältnismäßig umfangreich und bietet (von oben nach unten) ein Güterschuppen mit Ladesteig, ein Gleis für einen Regionalzug (plane mir dazu einen LINT anzuschaffen), zwei Fernzug-taugliche Bahnsteige sowie einen weiteren Güterumschlagpunkt mit reichlich Rangiergleisen.
Die Planung wurde mit WinTrack erstellt und auf ein 33cm Raster gelegt. Der Plan sieht vor, den Schattenbahnhof am oberen Rand hinter einer Kulisse oder Berg zu verstecken. Ein Schattenbahnhof auf Ebene -1 war mir zu aufwändig und auch mit zu grosser Steigung für die Züge verbunden. Für eine akzeptable Steigung von 2% hätte es schlicht mehr Fläche für den Aufstieg benötigt, die nicht zur Verfügung stand.
