Rezept – Weihnachtshase

Eine verfeinerte Variante des traditionellen geschmorten Hasenrückens, den es bei meinen Eltern immer am ersten Weihnachtstag gab. Die Zubereitungszeit ist rund drei Stunden. BILD FOLGT (ist ja noch nicht Weihnachten :-)

Benötigt wird ein grosser Schmortopf oder Römertopf, in dem die Hasenrücken Platz finden.

Zutaten: (4 Personen)
2 Hasenrücken (gehäutet) ca. 600g pro Rücken
1 Stange Lauch
2 Möhren
1/2 Sellerieknolle
1-2 Gemüsezwiebeln
2 EL Tomatenmark (3fach)
2 Blatt Lorbeer (frisch bevorzugt)
1 EL Pfefferkörner
1 EL Pimentkörner
2-3 Nelken
15 Wacholderbeeren (zerdrückt)
1-2 Zweige Rosmarin (ca. 7cm)
Bund Thymian
1 Flasche trockener Rotwein “mit Ecken und Kanten” als Aroma und Säurespender
1 l Wildfond
Dijon-Senf
Preiselbeerenmarmelade
Speisestärke oder kommerzieller Sossenbinder (Mehlschwitze-Art)
Becher süsse Sahne
Lebkuchen

Dieses Rezept basiert auf einem Standard-Ansatz für Wild oder Rindfleisch-Geschmortes. Es kann auch gut für z.B. Rehgulasch oder Wildschwein verwendet werden. Statt Preiselbeeren als Süsse/Fruchtträger kann man Orangensaft/schalen, Pflaumen etc. verwenden.

Bei Wild unbekannter Herkunft immer darauf achten, das Fleisch gut zu reinigen und durchzugaren!

Wenn der Schmortopf nicht zum Braten geeignet ist (z.B. Römertopf oder nicht eben genug oder zu kleine Flamme), dann in einer grossen Pfanne anbraten, ablöschen und in den Schmortopf geben. Einen Römertopf vorher gründlich von innen wässern.

Die Hasenrücken werden gewaschen, getrocknet, gesalzen und gepfeffert. In dem Schmortopf wird der Hase von allen Seiten in Butterfett kräftig angebraten und dann kurz beseitegelegt.

In demselben Topf  wird nun das Gemüse gut geschmort und nach ca. 5 Minuten das Tomatenmark hinzugegeben und ebenfalls angeröstet. Das Gemüse braucht nicht “schön” aber klein geschnitten zu sein da es eh nicht verzehrt wird. Bevor das Gemüse und Tomatenmark anbrennt mit ca. 250cm Rotwein ablöschen. Den Rotwein komplett reduzieren lassen und die Prozedur noch zweimal mit jeweils 250cm Rotwein wiederholen. Achtung! Wenn der Rotwein viel Säure hat, eventuell nur 500cm Rotwein verwenden und den Rest trinken. :-P

Dann den Bratensatz mit 1l Wildfond ablösen, Gewürze hinzugeben, die Hasenrücken mit der Rippenseite nach unten auf das Gemüse legen (der Hase kann etwas in der Flüssigkeit liegen, ggf. mit Wasser auffüllen) und im vorgeheizten Backofen mit Deckel bei 160 Grad für ca. 2-2 1/2 Stunde schmoren.

Den Hasen herausnehmen und in Alufolie verpackt warm stellen.
Flüssigkeit und Gemüse passieren, einen (zwei?) Lebkuchen (mit oder ohne Schokoladenüberzug) hinzugeben und die Sossenbasis reduzieren. Dabei mit 1-2 EL Senf und Preiselbeeren nach Geschmack und Säuregehalt der Sossenbasis abschmecken. Ich bevorzuge eine dezente Säure mit einem Hauch von Senf und fruchtig süss.
Einen Becher Sahne hinzugeben und mit der Speisestärke oder Sossenbinder nach Geschmack eindicken. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Den Hasen entbeint man und reicht die Hasenrückenfilet-Stücke mit Klössen und saisonalem Gemüse (Rotkohl, Rosenkohl oder was immer schmeckt). Preiselbeeren und/oder Apfelkompott werden separat gereicht.

Guten Appetit!

Kein Kommentar

Modellbahn – Gestell

Zur Übersicht

Der im vorherigen Artikel beschriebene Unterbau benötigt natürlich ein stabiles Gestell. Die Leistenkonstruktion an sich ist erstaunlich stabil und verwindungssteif. Aber irgendwie müssen wir ja gleichmässig Beine drunterschrauben. :lol: Ausserdem müssen auch noch diverse Transformatoren und Elektronik untergebracht sein. Das wird mit dieser Gestellkonstruktion erledigt.

Basis ist 15mm Birke Multiplex, aus dem zwei separate Gestelle gebaut werden (Treppenhausfreundlich) und die dann über Winkel zwecks Stabilität verbunden werden. Zwei 15cm Bretter werden in L-Form miteinander verleimt/verschraubt und zwei von diesen “Trägern” werden dann über Bretter zu einem Tischgestell verbunden (Bretter geleimt und mit Stahlbändern verschraubt). Das abgebildete größere Gestell hat vorne noch Kästen für Technik erhalten. Dort werden die Transformatoren montiert sowie im linken Kasten die Stellwerk- und Schattenbahnhofelektronik.

Die Beine sind von Ikea und werden am endgültigen Aufstellort noch mit Leisten zwecks Vibrationsunterdrückung kreuzweise verbunden.

Gestell2

Gestell1

Kein Kommentar

Modellbahn-Unterbau in Leistenkastenbauweise

Zur Übersicht

Solides Fundament

Ich denke jeder Modellbahn-Begeisterte hat  mit dem klassischen Oval auf dem Küchentisch, dem Fussboden oder der obligatorischen Sperrholzplatte begonnen. Gegen Küchentisch und Fussboden ist nichts zu sagen, gegen die Sperrholzplatte dagegen viel! Der richtige Unterbau für eine größere Modellanlage ist ausgesprochen wichtig; er sollte folgende Kriterien erfüllen:

  1. Stabil
  2. Leicht
  3. Modular
  4. Preiswert

Mit “stabil” meine ich nicht, dass 10cm Balken eingesetzt werden sollen. Stabilität schützt gegen Ausdehnung, Verwerfungen und Verwindungen, die zu Beschädigungen der Gleise und Kontaktprobleme führen. Das schliesst eigentlich automatisch eine einfache Sperrholzplatte aus, die mit der Zeit ein beträchtliches Eigenleben entwickeln kann.

Leicht scheint selbstverständlich zu sein. Dennoch sieht man manchmal im Netz Abbildungen von Modellbahngerüsten, die von einem Zimmermann kommen könnten.

Modular wird gerne vergessen, bis man mit einer größeren Anlage umziehen muss. Spätestens dann freut man sich, wenn man die Anlage in transportablen Abschnitten konstruiert hat, die ohne größere Zerstörungen trennbar sind. Faustformel: keine Fläche darf größer als ein Türblatt sein. Besser weniger, denn auf der Fläche sind ja eventuell noch Berge oder andere Erhebungen, die einen Transport durch ein Treppenhaus schwierig machen können.

Preiswert hat jeder gerne. Die Menge an zu verbauendem Material für eine größere Modellanlage kann erstaunlichen Umfang haben. Die von mir derzeit geplante Anlage (L-Form mit ca. 260cm Breite und 130cm Tiefe max.) verschlingt insgesamt 80 Meter Holzleisten!

Auf diesen Unterbau werden dann Sperrholzbretter in der Form der zu verlegenen Gleise geleimt/geschraubt. Wie diese in der Höhe fixiert werden, hängt von der Bauform des Unterbaus ab. HIER KOMMT SPÄTER NOCH EIN BILD WIE SO ETWAS AUSSEHEN KANN. Auf das Brett wird dann das Gleisbett und dann das Gleis geklebt/geschraubt. Es ist also in den seltensten Fällen so, dass die Gleise direkt auf dem Unterbau montiert werden. Das ergäbe eine langweilige weil flache Anlage.

Welche Unterbaukonstruktionen werden gerne verwendet?

  • Türblatt – das ist der Klassiker bei beschränktem Platz, der leider nur wenig Kreativität bei der Gleisplanung erlaubt. Aus einem rechteckigen Unterbau wird leider allzu häufig ein ovales Gleis. Langweilig!
  • Rahmenkonstruktion – hierbei werden Bretter in Form eines offenen Kastens mit 30-50cm Raster verbunden. Das Ergebnis sieht aus wie ein XXL Setzkasten ohne Boden. Diese Konstruktion ist erheblich stabiler als eine Platte und erlaubt den bequemen Zugriff von unten. Leider ist diese Konstruktion nur mässig leicht und wegen der konstruktiven Anforderungen mittel teuer.
  • Spantenkonstruktion – dies ist ähnlich der Rahmenkonstruktion aber es werden keine Rahmen gleicher Höhe aneinander gereiht, sondern es wird der geplante Höhenverlauf der Anlage durch entsprechend ausgesägte “Spanten” vorgegeben. Sehr stabil und sehr aufwändig (teuer) zu konstruieren.

Eine gute Einführung in die Prinzipien der Modellanlagen-Konstruktion findet man in dem Buch “Modellbahn Anlagenbau” von Gernot Balcke, Band 3 der Reihe Alba Modellbahn-Praxis, Alba Verlag (ISBN 978-3-87094-248-9). In dieser Reihe finden sich einige weitere empfehlenswerte Bände. Nicht zu empfehlen sind die Elektrik- und Elektronik-Bände, da diese arg altmodisch oder im Digitalbereich hoffnungslos veraltet sind.

Aus diesem Band 3 habe ich mir die Leistenkasten-Konstruktionsmethode abgeschaut, die im folgenden beschrieben wird.

Leistenkasten-Methode

Es handelt sich dabei um eine Rahmenkonstruktion mit minimalem Materialeinsatz. Statt Kästen aus Brettern zu konstruieren, die dann im Rastermass aufgereiht werden, nimmt man hier Rahmen aus federleichten Leisten.

Rahmen Verleimung

Oben sieht man einen solchen Rahmen. Für Spur-N verwende ich ein Rastermass von 33cm bei einer Höhe von 13cm. Dazu haben die abgebildeten langen Leisten die Maße 32 x 2 x 1cm und die kurzen Leisten die Maße  9 x 2 x 1cm. Diese werden wie oben abgebildet miteinander verleimt.

Konstruktionshinweise

Da man viele dieser Rahmen miteinander verbindet, ist eine gewisse Genauigkeit der Rahmen recht wichtig. Ansonsten wird die Gesamtkonstruktion schief und krumm. Dazu ist zu beachten

  • Alle Leisten sollten am besten aus derselben Lieferung stammen. Eine 2×1cm Leiste kann bei verschiedenen Verkäufern um bis zu 10% abweichen und wenn dann die Stärke der langen und kurzen Leisten eines Rahmens unterschiedlich ist, hat man Probleme bei der stabilen Verbindung solcher Rahmen (siehe unten)
  • Rahmen AusrichtungWohl dem der einen Baumarkt oder Holzfachhandel hat, der bereit ist, 200-300 kleine Leisten aus einer Stange zu sägen. 8-O Alle anderen müssen dafür Sorge tragen, das mindestens die kurze Leiste sauber und rechtwinklig abgesägt wurde. Ansonsten wird der Rahmen krumm und schief denn man leimt diese Schnittkante direkt auf die lange Leiste. Mein Tip: für kleines Geld erhält man im Baumarkt brauchbare Gehrungssägen mit Abstandhalter. Damit kann man gleich lange Leisten zügig und sauber absägen. Gut investiertes Geld!
  • Holzleim wie z.B. Ponal Classic benötigt mindestens 20-30 Minuten unter Druck, bis man den Rahmen zum endgültigen Aushärten des Klebers beiseite legen kann; ich habe immer 1 Stunde pro Rahmen gewartet. Man lege sich daher mehrere Paare der abgebildeten Zwingen zu. Diese werden auch später noch nützlich.
  • Für die optimale Rechtwinkligkeit der Rahmen sorgt der angesprochene saubere (Holzfeile) und gerade Schnitt sowie ein Winkeleisen zum Anlegen.

Der nächste Schritt ist die Verbindung von jeweils vier solcher Rahmen zu einem Kasten:

Rahmen Montage

Rahmen LeistenAchtung: das genannte Alba-Buch empfiehlt hierzu Dreick-Leisten, die in den Winkel zwischen zwei Rahmen geleimt werden. Das halte ich für keine gute Idee, denn so kann man keinerlei Druck auf die verleimte Fläche ausüben, was für eine stabile Verbindung wichtig ist. Alternativ wird in dem Buch auch die Verwendung von Vierkantstäben empfohlen, was die richtige Lösung ist.

Ich leime und schraube jeweils einen 13 x 1 x 1cm  Stab in die Ecke zweier Rahmen. Schrauben 3×16 mit Senkkopf werden dazu mit einer Vorbohrung von 2mm und einer Aufbohrung von 4.5mm für den Senkkopf eingeschraubt.

Die abgebildeten preiswerten (ca. 3€) Klammern von Wolfcraft haben sich als unverzichtbar zur Fixierung und Aufpressung des Verbindungsstabes erwiesen. Sehr zu empfehlen!

Tip: sollte trotz aller Sorgfalt der Rahmen nicht gleichmässig sein, hat man ein Problem den Stab gleichmässig auf den Rahmen zu leimen. Er würde hohlliegen und auch potenziell schief sein, was dann alle angereihten Rahmen ebenfalls schief werden liesse! Hier wirkt ein preiswerter Schwingschleifer wahre Wunder!

TO BE CONTINUED

Kein Kommentar

Bau einer Modellbahn-Anlage in Spur-N

Die hier beschriebene Modelleisenbahnanlage ist meine erste größere Anlage seit …. 30 Jahren. Oje!

Aus Platzgründen habe ich die Spur N (Masstab 1:160) gewählt. Hierfür erhält man noch einigermassen fein detailliertes Material, wobei aber die Beschränkungen an Technikauswahl und auch Zubehör wie Gebäude gegenüber HO doch spürbar ist. Demgegenüber steht ein 2×2 facher Platzbedarf von HO.

Wenn man die Züge digital steuern möchte, so sind in Spur N alle nennenswerte Hersteller im grossen und ganzen kompatibel miteinander. Es gibt in Spur N zwei Digitalsysteme, die beide mit demselben 2-Leitersystem und derselben Spannung arbeiten: DCC und Selectrix. DCC ist ein internationaler Standard und Selectrix die Hausmarke von Märklins Tochter Trix. Da es aber inzwischen einen gemeinsamen Standard für den internen Anschluss von Digitaldecodern in Zügen gibt und man preisgünstig Decoder kaufen kann, die beide Standards beherrschen, ist der Unterschied zum Anfang nicht so wichtig. Man kann auf denselben Gleisen gleichzeitig Züge unter Selectrix und DCC fahren! Die meisten Steuerkonsolen beherrschen ebenfalls beide Formate. So ist die Auswahl des Herstellers von Spur N zum Anfang durch das Gleissystem bedingt.

Ich habe mich für das Minitrix/Roco Gleissystem entschieden, da es hierzu mehre Anbieter gibt, es billiger als das Fleischman Gleis ist und weil man es besser bearbeiten kann. Fleischmann hat ein Gleis mit fertigem Gleisbett während das Minitrix-Gleis aus Schiene und schwarzen Schwellen besteht. Dort muss man daher für ein eigenes Gleisbett und Einschottern sorgen. Mehr Arbeit und mehr Kontrolle über das Ergebnis. 1:0 für Minitrix.

Wie bereits gesagt werden die Züge digital gesteuert. Der Rest der Anlage soll (semi-)manuell und analog betrieben werden. Das bedeutet eine analoge Ansteuerung der Weichen, Signale etc. wobei einwenig Automatisierung (z.B. des Schattenbahnhof) gewollt ist.

Gleisplan

Eine gute Modelleisenbahnanlage basiert auf einem Betriebskonzept. Einfach nur den Zug im Kreis oder Oval fahren lassen ist in etwa so spannend wie Fusspilz. Ich habe bei meinem Gleisplan eine ausgewogene Kombination von Reiseverkehr und Güterverkehr angestrebt. Der Plan stellt einen Durchgangsbahnhof an einer eingleisigen Hauptstrecke dar, der zusätzlich umfangreiche Güterabfertigung ermöglicht. Der Reiseverkehr (Grün) führt in einen Schattenbahnhof, aus dem ein Zug nach Wenden zurückkehren kann. Ebenso ist ein Kreisverkehr möglich. Der Güterverkehr ist an eine kleine Industrieanlage (Braun) mit kleinem Betriebswerk angeschlossen, von dem eine Abfahrt in den Schattenbahnhof möglich ist. Ebenso gibt es im unteren Bereich einen kleinen Binnenhafen (Türkis) mit zwei Dockanschlüssen.  Das Industriethema ist Steinbruch/Betonwerk/Petrochemie.

Der Bahnhof ist verhältnismäßig umfangreich und bietet (von oben nach unten) ein Güterschuppen mit Ladesteig, ein Gleis für einen Regionalzug (plane mir dazu einen LINT anzuschaffen), zwei Fernzug-taugliche Bahnsteige sowie einen weiteren Güterumschlagpunkt mit reichlich Rangiergleisen.

Gleisplan

Die Planung wurde mit WinTrack erstellt und auf ein 33cm Raster gelegt. Der Plan sieht vor, den Schattenbahnhof am oberen Rand hinter einer Kulisse oder Berg zu verstecken. Ein Schattenbahnhof auf Ebene -1 war mir zu aufwändig und auch mit zu grosser Steigung für die Züge verbunden. Für eine akzeptable Steigung von 2% hätte es schlicht mehr Fläche für den Aufstieg benötigt, die nicht zur Verfügung stand.

Kein Kommentar
Page 2 of 9«12345»...Last »